Staatstheater Kassel

Sonntag, 6. Oktober 2019   Der Wildschütz

Handlung

Erster Akt

Vor dem Dorfgasthof feiert der Schulmeister Baculus seine Verlobung mit Gretchen. In diese Feier platzen Jäger des Grafen und überbringen dem Schulmeister einen Brief, in dem ihm mitgeteilt wird, dass er von seinem Posten entlassen sei, da er im Wald des Grafen ohne dessen Einwilligung einen Rehbock für dieses Fest erlegt habe. Er fasst den Gedanken, sein Gretchen beim Grafen für ihn vorsprechen zu lassen. Er verwirft diesen Gedanken jedoch schnell wieder, da er die Schwächen des Grafen für junge Mädchen kennt. Da erscheint die Baronin von Freimann, die Schwester des Grafen, als Student verkleidet. Die Baronin, die erst kürzlich Witwe geworden ist, hat sich verkleidet, um unerkannt durchs Land reisen zu können. Ihr Bruder will sie mit dem Baron Kronthal verheiraten, sie will diesen aber erst begutachten. Als die Baronin von dem Unglück des Schulmeisters hört, bietet sie sich an, als Gretchen verkleidet beim Grafen Fürsprache für ihn einzulegen. Da taucht der Graf mit seiner Jagdgesellschaft und dem als Stallburschen verkleideten Baron beim Fest auf. Der Graf und der Baron sind sogleich vom Gretchen entzückt, noch mehr allerdings von der verkleideten Baronin (Arie: Bin ein schlichtes Kind vom Lande). Der Graf lädt die ganze Gesellschaft zu seinem Geburtstagsfest am kommenden Tage auf sein Schloss ein.

Zweiter Akt

Die Gräfin hat eine Schwäche für antike Tragödien, vor allem für Sophokles, und langweilt ihre Dienerschaft mit ihren Vorlesungen über diese antiken Stoffe. Haushofmeister Pancratius rät Baculus, er solle sich diese Schwäche der Gräfin zunutze machen. So beeindruckt Baculus mit vorgetragenen antiken Zitaten die Gräfin. Der Graf kommt dazwischen und wünscht, Baculus nicht mehr wiederzusehen. Die Kündigung bleibt ebenso bestehen. Baculus holt deshalb die Baronin zu Hilfe, die als verkleidetes Gretchen vorstellig wird. Das hilft; der Baron umwirbt das schöne Bauernkind, der Graf hat inzwischen auch ein Auge auf das vermeintliche Gretchen geworfen. Wegen eines aufkommenden Unwetters überzeugt er Baculus und Gretchen, im Schloss zu übernachten. Während einer Billardpartie geht urplötzlich das Licht aus. Der Graf und der Baron sehen ihre Chance gekommen, Gretchen zu verführen. Diese flüchtet jedoch mit Hilfe der Gräfin in deren Schlafgemach. Der Baron handelt daraufhin mit Baculus ein Geschäft aus. Für fünftausend Taler gibt er sein Gretchen an den Baron ab. Eine überwältigend hohe Summe für den Schulmeister (Arie: Fünftausend Taler).

Dritter Akt

Der Graf feiert seinen Geburtstag in bester Laune (Heiterkeit und Fröhlichkeit). Baculus hat nun das richtige Gretchen zum Schloss gebracht. Gretchen gefällt die Aussicht, Baronin zu werden, gar nicht schlecht. Umso weniger allerdings dem Baron. Er hatte sich auf das gestrige Gretchen gefreut. Baculus eröffnet ihm, dass das andere Gretchen vom Vortag in Wirklichkeit ein verkleideter Student sei. Als der Baron Aufklärung vom Schulmeister verlangt, gibt sich die Baronin zu erkennen. Als die Baronin wieder allein ist, wird diese vom Graf bedrängt. In diesem Augenblick erscheinen die Gräfin und der Baron. Im folgenden Verhör klären sich die gesamten Verkleidungs- und Verwandtschaftsbeziehungen auf. Der Baron und die Baronin geben sich das Jawort. Baculus behält sein Gretchen und wird wieder in den Schuldienst eingestellt, weil sich herausgestellt hatte, dass er im Dunkel der Nacht anstatt eines Rehbocks seinen eigenen Esel erschoss.